Itter Itter Hellau

So lautet der traditionelle Karnevalsruf in Hilden.

Wenn man als absoluter Nichtkarnevalist im Rathaus arbeitet, kommt man schon ans Staunen. Kennt man aus der freien Wirtschaft Alkoholverbot und ok 50% der Mitarbeiter durften Urlaub nehmen am Rosenmontag. An Fettdonnerstag war bisher immer ein stinknormaler Arbeitstag. Aber ich komme aus Velbert, was wahrscheinlich nicht die größte Karnevalshochburg ist und was weiß ich schon?

Egal. Hilden ist eine totale Karnevalshochburg! Man hat mich schon im Dezember aufgeklärt und vorgeschwärmt. Überhaupt sind die Hildener sehr stolz auf ihr Städtchen.

Am Fettdonnerstag bin ich wie gewohnt hundemüde um kurz vor 7 Uhr dort aufgeschlagen und hatte mich schon an gleich am Musikgetöse und Mikrofon-Tests zu gewöhnen. Außerdem kamen immer mehr merkwürdig gekleidete Gestalten ins Rathaus.

Da passiert es, dass die Bürgermeisterin mit Kindern um Hütchen tanzt und es gibt ein Lied bei dem man so laut schreien muss, wie man nur kann. Natürlich wurde jemand die obligatorische Krawatte abgeschnitten und viele Fotos gemacht.

Um 10 Uhr riefen die Chefs zum gemeinsamen Frühstück und es herrschte eine gute ausgelassene Stimmung. Auf unserer Etage gab es allerdings nur einen Jäger, ansonsten nur echte reale lustige Beamte.

Um 11:11 Uhr wollte ich eigentlich weiter arbeiten, denn ich hatte noch viel zu tun, wurde aber von derart lauter Musik aus dem Bürostuhl geschmissen, dass an „denken“ kaum noch zu denken war. Ich hielt es für eine Bühne auf der nahen Mittelstraße, vorm alten Rathaus und dachte nur „Holla, da braucht heute keiner mehr in die Stadt zum Einkaufen gehen.“

Irgendwann knallte es auf dem Flur und meine Kollegin meinte, da hätte jemand beide Zwischentüren zugedonnert. Zwischentüren? Wieso? Es stellte sich heraus, dass die wirklich extrem laute Musik , das Gegröle und Gelache genau über mir stattfand. Zu später Stunde, so gegen 14 Uhr wurden dann die harten Geschütze aufgefahren. Man wechselte von Karnevalsmusik zu den ganz harten Uraltschlagern, die schon echt weh taten in den Ohren. Zum Glück schien das die Rausschmeißer-Musik zu sein, denn um halb 4 war der Spuk vorbei und alles verließ fluchtartig die Party, um in einer Hildener Kneipe weiter zu feiern. Als ich um 16 Uhr den Ort des Geschehens verließ war ich mutterseelenallein.

Ihr könnt Euch vorstellen, das das für einen Nichtkarnevalisten schon recht heftig war. Aber es hätte schlimmer kommen können, man stelle sich vor, ich würde eine Etage höher arbeiten…

In diesem Sinne: Hellau und Alaaf

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2 Kommentare

  1. 5. März 2019 / 04:41

    Sounds like it was a very noisy carnival!!!!!

  2. 10. März 2019 / 21:36

    Ich bin schon gerade ein wenig froh, nicht in einem Rathaus zu arbeiten. Mir haben seinerzeit schon die „hurra es ist Karneval wir dürfen endlich alle wieder total lustig sein“ Aktivitäten in meiner alten Firma gereicht, als ich noch in (der Nähe von) Aachen wohnte. Für Nichtkarnevalisten ist das Treiben von ansonsten eigentlich normalen erwachsenen Menschen schon befremdlich und je weniger ich davon mitbekomme, desto besser. Übrigens, ich als „Schlagertussi“ finde die ganz alten Schlager (also die aus meiner Kindheit) immer noch erträglicher, als alle Helene Fischers und Andreas Gabaliers dieser Welt. Fakt. Aber gut. Außerdem wird aus meinem Mund nie… und wirklich N I E… dieser komische Gruß kommen, der mit „H“ beginnt. Das VERBIETET sich einem als gebürtiger Rheinländer. Selbst wenn man bekennender Anti-Karnevalist ist. In diesem Sinne: Ein dreifach Oche Alaaf! Oche Alaaf! Oche Alaaf! (Der nächste Fettdonnerstag kommt bestimmt 😉

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