Fehler

Ich möchte mit Euch über Fehler sprechen. Macht Ihr welche? Na? Seid ehrlich. Ich möchte hier eine Lanze für bestimmte Fehler brechen.

Warum? Bei mir sind bestimmte Fehler ein Trigger, der sofort wieder Heulzustände hervorruft. Das musste ich gerade wieder feststellen. So ganz scheine ich dann doch nicht wieder geheilt und gekräftigt zu sein.

Ich habe auch große Probleme wenn Programme nicht funktionieren. Wenn ich deshalb den Arbeitsberg an meine Kollegin zurück geben muss, und dabei mitansehen muss, wie diese auch weinend und hilflos vor diesem Berg steht und nicht mehr vor und zurück weiß.

Aber darum soll es heute gar nicht gehen. Fehler sind das Thema. Wobei es ja viele unterschiedliche Arten gibt. Schlimme und nicht so Schlimme. Lebensfehler, auf Grund von falschen Entscheidungen, von denen man die Konsequenzen nicht absehen konnte. Falsche Entscheidungen überhaupt. Sind das Fehler? Wo fängt ein Fehler an?

Ganz klar, wenn man was falsch gemacht hat, aber wer bestimmt was richtig und was falsch ist? Sicherlich gibt es Fehler, die man nachrechnen kann. Da gibt es Vorgaben. Oder Gesetze, an die man sich halten sollte. Aber es gibt ja auch Grauzonen, oder ungeschriebene Gesetze. Oder Ansprüche an sich selbst, die man, wenn man sie nicht erfüllt, sich als Fehler anrechnet. Und hier sind wir beim Thema.

Wer kennt noch dieses Ohnmachtsgefühl, wenn man extra aufgepasst hat und ganz genau weiß, was und wie man etwas tun muss, und stellt dann fest, dass man es falsch gemacht hat? Man steht davor und versteht die Welt nicht mehr und fragt sich, ob sich jemand einen Scherz mit einem erlaubt. Das kann man nicht selber so versemmelt haben. Muss aber dann der Tatsache ins Auge sehen, dass es kein anderer gewesen sein kann. Man beginnt, an sich selber zu zweifeln. Und wenn sich solche Fälle häufen, hält man sich für doof und unfähig. Verliert das Vertrauen zu sich und wird immer unsicherer und ängstlicher, überhaupt noch etwas zu machen, weil es ja sicher auch nur wieder falsch sein kann. Das ist eine Abwärtsspirale, die nicht aufzuhalten ist. Natürlich macht man in diesem Zustand nur noch Fehler. Es geht gar nicht anders. Aber wenn man ein Mensch ist, der eigenständig, unabhängig, selbstständig, weit gereist und unternehmungslustig ist, wird man von sich in diesem Zustand sehr befremdet sein und die Welt nicht mehr verstehen. Man versteht nicht nur die Welt nicht mehr, sondern sich selbst nicht und das ist sehr beängstigend. Früher ging das doch alles. Sonst waren Dinge selbstverständlich und man hat Leute belächelt, die Angst hatten, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Und jetzt geht es einem auch so? Unmöglich! Man sieht es als Fehlverhalten und reagiert mit völligem Unverständnis auf sich selbst.

Ha, und da ist es. In der Therapie habe ich es gelernt und bin schon wieder drauf reingefallen. „Man“ ich rede von man versteht dies und jenes nicht.

NEIN! I C H!!! Mir ist es so ergangen. Ich habe mich so gefühlt. Ich konnte nichts mehr tun. Ich habe mir all die kleinen Fehler angerechnet und ich habe mich für doof und unfähig gehalten. Hier geht es um mich. Vielleicht kennt noch jemand das Gefühl, dann herzlich Willkommen, aber ich kann das nicht verallgemeinern. Will ich auch nicht.

Nun 3 Jahre später geht es mir vermeintlich wieder gut. Ich arbeite wieder, bin selbstständig und habe keine Angst mehr. Höchstens Angst vor der Angst. Denn die macht mich fertig. Und das ist völlig überflüssig. Aber auch das wird weniger.

Aber plötzlich bin ich an einem Punkt, wo mir etwas passiert, warum auch immer, (passiert wahrscheinlich jedem mal irgendwie) das ich mir nicht erklären kann, wie ich das übersehen konnte und bin wieder am Anfang meiner Therapie.

Ich habe einen Fehler gemacht. Einen dummen und überflüssigen Fehler, den ich nicht hätte machen müssen. Und gleich fühle ich mich unfähig und dumm. Dabei habe ich an dem Tag hunderte von Sachen richtig und toll gemacht. Nein, ich reite auf dem Fehler rum. Warum ist das so? Wieso kann ich den nicht gegen die vielen richtig gelaufenen gut gemachten Sachen gegenrechnen?

Deshalb möchte ich heute bewusst eine Lanze für einen Fehler brechen. Die meisten kann ich beheben, ich habe auch kein Problem, sie zu gestehen oder zuzugeben. Ich möchte mich nicht mehr von einem blöden Fehler runter ziehen lassen. Ein Fehler stürzt mich nicht gleich wieder in mein tiefes Loch in dem ich steckte. Es ist nur ein dummer, blöder Fehler. Er ist unwichtig und außer mir wird sich keiner daran derart hoch bzw. runter ziehen. Nur weil ich geträumt, oder nicht aufgepasst oder gerade mit den Gedanken schon weiter war, bin ich nicht gleich unwürdig oder dumm oder sonst was.

Das hab ich der Depression zu verdanken. Negative Gedanken über mich selbst. Und das nicht zu knapp. Ich konnte sofort tausend Sachen aufzählen, die ich nicht konnte oder kann, aber nicht eine, die ich kann. Und ich schreibe das, nicht nur um mich von positiven Gedanken zu überzeugen, sondern auch um ein wenig die Welt der Depression zu beschreiben, in der ich mich befand.

Ein Fehler, na und? Es gibt Schlimmeres. Habt Ihr Tippfehler gefunden? Hat es das Lesegefühl getrübt? Nein? Okay, sch… drauf. Ich bin hier nicht in der Schule und ich will auch keine Benotung haben. Wobei ich mich natürlich über Kommentare freue. Habt Ihr auch sowas erlebt? Wie geht Ihr mit Fehlern um? Machen Sie Euch fertig? Vergesst Ihr sie schnell? Was wenn sie Euren Ansprüchen an Euch in die Quere kommen? Wie geht Euer Umfeld mit Euren Fehlern um? Kennt Ihr ähnliche Problemfälle?

In diesem Sinne: bis zum nächsten mal.

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4 Kommentare

  1. 23. März 2019 / 03:38

    Unfortunately the stupid translator thingie made a mess of your post so I’m not REALLY sure what you’ve written or what you’re asking, so I will take a stab at it.

    Are you asking if we make mistakes at work and then feel stupid and can’t let it go? YES.

    Just today in fact. I had to make a Zip file. Only PDFs go in a Zip file. I put a Word doc in it. STUPID!!! Obviously I was not paying attention to what I was doing because I KNOW only PDFs go in.

    But that’s nothing compared to when I booked a hotel for my boss who took a trip in July. I didn’t notice that the reservation I booked was in August. He arrived at the hotel late at night „Sorry, no reservation, no rooms.“ He had to drive an hour across town to another hotel.

    I’m still beating myself up for that one.

    If that was NOT your question, then just ignore me. LOL

    • Stefie
      Autor
      23. März 2019 / 08:46

      Yes it was my question. But a litte bit more about mistakes. At the time of my illness I‘ve made nothing else than stupid things I can‘t explain to myself how that could happen. And because of that I felt stupid und unworthy.

  2. 24. März 2019 / 02:45

    I hope you don’t feel like that now. I hope things are better and good right now. Big ol‘ hug for you my friend.

  3. 24. März 2019 / 21:19

    Fehler machen wir alle. Es gibt niemanden, der menschlich ist, und keine Fehler macht. Deine Situation ist aber eine völlig andere. Du kommst aus einer Depression. Wie Du schon sagst, sind solche Dinge, wenn sie Dir passieren, ein „trigger“. Ich verstehe die Angst, dass Dich sowas wieder zurückwirft in der positiven Entwicklung, die Du ja nun unzweifelhaft hattest. Ich kann Dir auch nicht wirklich raten, was Du tun sollst/kannst oder wie Du die Ängste „abstellen“ kannst. Das funktioniert nicht. Ich kann Dir nur wiederholt sagen: RUF AN!!! Du weißt, wo. TU’s. Es ist wichtig!

    Fühl Dich gedrückt!!! xoxoxoxoxo

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